Beim Marathon geht es um Sekunden, Energie und Rhythmus. Deshalb ist das Thema Toilettengang oder Urinieren während des Rennens ein oft tabuisiertes, aber sehr reales Problem. Auch Profis müssen sich damit beschäftigen – allerdings mit klaren Strategien, die Zeitverlust minimieren und die Leistung schützen.
Müssen Marathonprofis überhaupt während des Rennens urinieren?
Die kurze Antwort: selten, aber es kommt vor.
- Elite-Marathonläufer laufen meist 2 bis 2,5 Stunden
- Durch starke Belastung, Schweißverlust und gezielte Trinkstrategien wird die Urinproduktion oft reduziert
- Trotzdem kann es durch Flüssigkeitsaufnahme oder Nervosität vorkommen
Viele Athleten versuchen daher, das Problem vor dem Start vollständig zu lösen. (Marathons)
Strategie 1: „Pre-Race Pee“ – alles vor dem Start
Der wichtigste Trick im Profisport ist die Vorbereitung:
- mehrfache Toilettengänge vor dem Start
- gezielte Flüssigkeitsaufnahme Stunden vorher
- letzter Toilettengang kurz vor dem Startschuss
Das Ziel: mit möglichst leerer Blase starten, um Stopps im Rennen zu vermeiden. (Marathons)
Strategie 2: Flüssigkeitsmanagement während des Rennens
Profis trinken nicht „einfach viel“, sondern sehr gezielt:
- kleine, geplante Schlucke an Verpflegungspunkten
- oft individuell abgestimmte Getränke (Carb-Mix, Elektrolyte)
- Vermeidung von Übertrinken
So wird verhindert, dass die Blase unnötig schnell gefüllt wird.
Strategie 3: Toiletten entlang der Strecke
Bei großen Marathon-Events gibt es:
- mobile Toiletten (Porta-Potties)
- Verpflegungsstationen mit festgelegten Bereichen
Profis nutzen diese nur im Notfall, weil jeder Stopp den Rhythmus zerstört und Sekunden kostet. (marathoners.run)
Strategie 4: „On-the-go“ – der schnelle Notfallmodus
Wenn es nicht mehr anders geht, greifen auch Profis zu pragmatischen Lösungen:
- kurzer Stopp am Streckenrand
- Nutzung von Sichtschutz (z. B. Bäume oder weniger frequentierte Abschnitte)
- extrem schnelle Durchführung, um Tempoverlust zu minimieren
Das ist im Elitebereich selten, aber nicht ausgeschlossen.
Strategie 5: Körperliche Anpassung im Training
Profis trainieren ihren Körper indirekt darauf:
- Anpassung der Trinkstrategie im Training
- Simulation von Wettkampfsituationen
- Gewöhnung an längere Belastungen ohne Pause
Dabei lernt der Körper oft, während intensiver Belastung weniger Urin zu produzieren.
Gibt es „Pee-Probleme“ auch bei Topläufern?
Ja – auch im Spitzensport ist das Thema nicht komplett eliminierbar:
- falsche Hydration vor dem Rennen
- nervöse Reaktionen vor dem Start
- individuelle Unterschiede im Stoffwechsel
Der Unterschied zu Freizeitläufern ist: Profis haben Plan A, B und C vorbereitet.
Warum Zeitverlust so kritisch ist
Im Elite-Marathon kann schon ein kurzer Stopp entscheidend sein:
- wenige Sekunden können über Platzierungen entscheiden
- Rhythmusverlust beeinflusst Laufökonomie
- Wiederanlaufen kostet zusätzliche Energie
Deshalb wird das Thema extrem ernst genommen – obwohl es oft nicht öffentlich thematisiert wird.
Fazit
Marathonprofis lösen das Problem des Urinierens vor allem durch Planung, Disziplin und Körpermanagement:
- perfekte Vorbereitung vor dem Start
- kontrollierte Flüssigkeitsaufnahme
- Nutzung von Toiletten nur im Notfall
- seltene, aber mögliche „On-the-go“-Lösungen
Im Spitzensport gilt: Alles, was den Rhythmus stört, wird minimiert – aber der menschliche Körper bleibt auch bei den Besten nicht vollständig planbar.
Quellen
- https://marathoners.run/how-do-marathon-runners-pee/
- https://marathoners.run/how-do-marathon-runners-go-to-the-restroom/
- https://runflo.app/do-marathon-runners-pee-themselves/
- https://www.marathons.com/en/tips-recos/the-strategic-pee-before-marathon-start/
- https://www.fitterhabits.com/do-marathon-runners-stop-to-pee/