Vielleicht hast du es im Park schon einmal gesehen: Ein Läufer stoppt plötzlich, bückt sich, hebt etwas auf, steckt es in einen Beutel und joggt weiter. Nein, das ist kein seltsames neues Intervalltraining – das ist Plogging!
Aber was genau steckt hinter diesem Begriff, der seit einiger Zeit die Laufwelt erobert?
Was bedeutet Plogging?
Der Name ist eine Wortschöpfung aus dem schwedischen Wort „plocka“ (aufheben/pflücken) und „Jogging“. Erfunden hat den Trend der Schwede Erik Ahlström im Jahr 2016. Seine Idee war simpel: Warum nicht die tägliche Laufrunde nutzen, um den Müll einzusammeln, der am Wegrand liegt?
Warum ist Plogging das ultimative Workout?
Plogging ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern tatsächlich ein effektiveres Ganzkörpertraining als normales Laufen:
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Intervall-Effekt: Durch das ständige Anhalten und wieder Anlaufen verändert sich dein Puls – ein natürliches Intervalltraining, das die Fettverbrennung ankurbelt.
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Zusätzliche Muskelgruppen: Das Bücken, Hocken und Ausfallschritte machen, um Müll aufzuheben, trainiert deine Rumpfmuskulatur, den Po und die Beine deutlich intensiver als monotones Laufen.
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Zusatzgewicht: Je voller dein Müllbeutel wird, desto mehr Krafttraining integrierst du in deinen Lauf.
Die Ausrüstung: Was brauchst du?
Das Schöne am Plogging ist, dass du kaum mehr brauchst als für einen normalen Lauf:
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Laufschuhe & Kleidung: Wie gewohnt.
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Handschuhe: Ein Paar robuste Gartenhandschuhe oder gummierte Arbeitshandschuhe schützen dich vor Schmutz und scharfen Gegenständen.
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Müllbeutel: Ein stabiler Beutel reicht völlig aus. Profis nutzen oft spezielle „Plogging-Bags“ oder kleine Rucksäcke.
3 Tipps für deinen ersten Plogging-Lauf
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Sicherheit geht vor: Hebe niemals medizinische Abfälle oder zerbrochenes Glas ohne entsprechendes Werkzeug auf. Im Zweifel lieber liegen lassen oder der Stadt melden.
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Die richtige Technik: Achte darauf, beim Aufheben in die Knie zu gehen (Squats!), statt nur den Rücken zu beugen. Dein Körper wird es dir danken.
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Gemeinsam statt einsam: Plogging macht in der Gruppe doppelt Spaß. Viele Laufschreibe organisieren mittlerweile spezielle „Plogging-Events“.
Das Plogging-Gefühl: Es gibt kaum ein besseres Gefühl, als nach 5 oder 10 Kilometern nicht nur ausgepowert zu sein, sondern auch zu wissen, dass der Lieblingspark jetzt ein Stück sauberer ist. Es ist das perfekte „Runner’s High“ mit gutem Gewissen!
Das Schöne am Plogging ist die extrem niedrige Einstiegshürde. Im Grunde bist du nur einen Handgriff von deinem ersten Einsatz für die Umwelt entfernt. Damit dein Lauf aber nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch sicher und komfortabel bleibt, macht die richtige Ausrüstung den entscheidenden Unterschied.
Die Plogging-Checkliste: Kleinigkeiten mit großer Wirkung
Plogging ist die perfekte Synergie aus Sport und Naturschutz. Damit du dich nicht mit klebrigen Händen oder reißenden Tüten herumschlagen musst, solltest du diese Dinge dabeihaben:
1. Die Hände: Schutz ist Pflicht
Das Wichtigste zuerst: Fass Müll niemals mit bloßen Händen an. Du weißt nie, was sich unter einem nassen Blatt verbirgt.
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Gartenhandschuhe: Robust und meist vorhanden. Sie schützen vor Dornen und grobem Schmutz.
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Gummierte Arbeitshandschuhe: Meine Empfehlung. Sie sind dünn genug, um kleinteiligen Müll (wie Zigarettenstummel) zu greifen, aber wasserabweisend und schützen vor Schnitten.
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Tipp: Achte auf eine gute Passform, damit du beim Laufen nicht das Gefühl verlierst.
2. Der Müllbeutel: Stabil muss er sein
Ein herkömmlicher dünner Müllbeutel aus dem Supermarkt reißt beim Laufen oft schnell ein, sobald eine scharfe Kante (z. B. eine Getränkedose) darin landet.
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Recycelte Müllsäcke: Achte auf „extra starke“ Varianten.
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Plogging-Bags: Es gibt mittlerweile spezielle Taschen aus Segeltuch oder recyceltem Kunststoff, die du dir wie einen Jutebeutel umhängen kannst. Sie sind waschbar und langlebig.
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Der Eimer-Hack: Für kurze Runden im Park nutzen viele Plogger einen leichten Plastikeimer mit Griff. Das ist stabil und schont die Hände.
3. Greifwerkzeuge (optional, aber komfortabel)
Wer Rückenprobleme hat oder tiefe Kniebeugen (Squats) während des Laufs reduzieren möchte, kann auf Hilfsmittel setzen:
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Müllgreifer: Es gibt faltbare Modelle, die du sogar in einen größeren Laufrucksack stecken kannst.
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Fingerschonung: Ein Greifer erhöht die Reichweite, gerade wenn Müll im Gebüsch oder in Brennnesseln liegt.
4. Wohin mit dem vollen Beutel?
Wenn du eine längere Distanz planst, möchtest du den schweren Beutel nicht kilometerweit in der Hand tragen.
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Laufrucksack/Vest: Nutze die Fächer für leere Tüten und Handschuhe.
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Karabiner: Befestige den Beutel mit einem Karabiner an deinem Trinkgürtel oder Rucksack, falls er zu schwer zum Tragen wird (aber Vorsicht vor dem Pendel-Effekt beim Laufen!).
5. Hygiene nach dem Lauf
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Desinfektionsgel: Auch wenn du Handschuhe trägst, fühlt es sich nach dem Entsorgen des Mülls besser an, die Hände kurz zu reinigen.
Mein Fazit für deinen Blog:
Eigentlich brauchst du nur Handschuhe und eine Tüte. Fang klein an! Es geht nicht darum, den kompletten Stadtpark bei einem Lauf zu sanieren, sondern mit jedem Schritt einen Unterschied zu machen.
Pro-Tipp für die Leser: „Deponiere“ volle Beutel an offiziellen Mülleimern entlang deiner Route, anstatt sie die ganze Zeit mitzuschleppen. So bleibt der Fokus auf dem Sport.
Warum Plogging? 5 unschlagbare Vorteile für Körper, Geist und Umwelt
Vielleicht denkst du: „Ich will doch eigentlich nur laufen, warum sollte ich mich mit fremdem Müll belasten?“ Die Antwort ist simpel: Plogging macht dich nicht nur zu einem besseren Menschen, sondern auch zu einem fitteren Athleten.
Hier sind fünf Gründe, warum du bei deiner nächsten Runde unbedingt einen Beutel dabeihaben solltest.
1. Das ultimative Ganzkörper-Workout
Normales Joggen ist oft sehr linear. Beim Plogging hingegen baust du unbewusst Übungen ein, für die du im Fitnessstudio bezahlen würdest:
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Ausfallschritte & Kniebeugen: Jedes Mal, wenn du dich nach einer Flasche oder einer Dose bückst, trainierst du deine Beine und deinen Po.
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Rumpfstabilität: Das Aufheben und Tragen des (schwerer werdenden) Beutels stärkt deine Core-Muskulatur und verbessert dein Gleichgewicht.
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Intervalltraining: Das ständige Stop-and-Go ist ein natürliches Herz-Kreislauf-Training, das deutlich mehr Kalorien verbrennt als ein gleichmäßiger Dauerlauf.
2. Der „Helper’s High“: Glückshormone pur
Wir alle kennen das „Runner’s High“, aber Plogging setzt noch einen drauf. Psychologen sprechen vom sogenannten „Helper’s High“. Das Wissen, aktiv etwas Gutes für die Gemeinschaft und die Natur getan zu haben, setzt Dopamin und Oxytocin frei. Du kommst mit einem viel tieferen Gefühl der Zufriedenheit nach Hause als nach einem Standard-Lauf.
3. Mentale Abwechslung gegen die Monotonie
Kennst du die Tage, an denen sich jeder Kilometer wie Kaugummi zieht? Plogging ändert deinen Fokus. Statt ständig auf die Laufuhr oder die Pace zu starren, „scannst“ du die Umgebung. Das Laufen wird zum Spiel (Gamification). Ehe du dich versiehst, hast du deine geplante Distanz erreicht, weil dein Gehirn mit der „Schatzsuche“ beschäftigt war.
4. Sofortige Sichtbarkeit deiner Erfolge
Im Training dauert es oft Wochen, bis man Fortschritte sieht oder spürt. Beim Plogging hast du am Ende deines Laufs ein sofortiges Ergebnis in der Hand: einen vollen Müllbeutel und einen sauberen Weg. Diese unmittelbare Belohnung ist ein riesiger Motivationsfaktor, besonders an Tagen, an denen es draußen stürmt und schneit.
5. Vorbildfunktion und Karma-Punkte
Plogger sind die Helden der Vororte. Du wirst überrascht sein, wie viele positive Reaktionen, Daumen-hoch oder kurze Dankesworte du von Passanten erhältst. Du inspirierst andere, ihren Müll nicht einfach fallen zu lassen oder vielleicht sogar selbst beim nächsten Mal mitzumachen. Du veränderst aktiv das Bewusstsein in deiner Nachbarschaft.
Mein Fazit für dich
Plogging ist die Antwort auf die Frage, wie wir Sport im Jahr 2026 verstehen: Es geht nicht mehr nur um Selbstoptimierung, sondern um Verantwortung. Es ist gesund, es macht Spaß und die Natur sagt „Danke“.
Was hält dich noch auf? Schnapp dir einen Beutel und werde zum Local Hero!
