Die Frage, ob man einen Marathon mit oder ohne Laufweste absolvieren sollte, ist unter Läuferinnen und Läufern aktueller denn je. Im Jahr 2026 spielen dabei neben klassischen Faktoren wie Komfort und Verpflegung auch neue Entwicklungen bei Ausrüstung und Wettkampfregeln eine Rolle.
Was ist eine Laufweste?
Eine Laufweste ist ein eng anliegendes Tragesystem, das speziell für das Laufen entwickelt wurde. Sie ermöglicht es, Flüssigkeit, Energie-Gels, Smartphone oder Kleidung direkt am Körper zu transportieren, ohne die Bewegungsfreiheit stark einzuschränken. Moderne Modelle sind leicht, atmungsaktiv und verfügen über integrierte Trinksysteme.
Vorteile einer Laufweste beim Marathon
1. Unabhängige Verpflegung
Mit einer Laufweste können Läufer ihre eigene Flüssigkeit und Energiezufuhr steuern, unabhängig von den offiziellen Verpflegungsstationen.
- individuell abgestimmte Gels und Getränke
- keine Wartezeiten an Stationen
- bessere Kontrolle über den Ernährungsplan
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2. Konstante Energiezufuhr
Gerade bei ambitionierten Läufern ist eine gleichmäßige Versorgung entscheidend für die Leistung.
- Vermeidung von Leistungseinbrüchen („Hungerast“)
- präzisere Dosierung von Kohlenhydraten
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3. Praktisch bei langen Wettkämpfen oder Hitze
Bei hohen Temperaturen oder weniger dicht versorgten Strecken kann zusätzliche Flüssigkeit entscheidend sein.
Nachteile einer Laufweste
1. Zusatzgewicht
Auch leichte Westen bringen zusätzliches Gewicht mit sich, meist zwischen 200 und 500 Gramm (leer).
- höherer Energieverbrauch
- mögliche Beeinträchtigung der Laufökonomie
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2. Scheuerstellen und Komfortprobleme
Nicht optimal angepasste Westen können zu Reibung führen, besonders bei langen Distanzen.
3. Wärmestau
Bei warmem Wetter kann eine Weste die Körpertemperatur erhöhen.
Marathon ohne Laufweste: Vorteile
Viele große Stadtmarathons – etwa in Berlin, London oder Paris – bieten ein sehr dichtes Netz an Verpflegungsstationen. Dadurch ist eine Laufweste oft nicht notwendig.
Vorteile:
- geringeres Gewicht
- bessere Bewegungsfreiheit
- weniger Hitzestau
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Aktuelle Entwicklungen 2026
1. Leichtere Materialien
Neue Laufwesten bestehen aus ultraleichten, elastischen Stoffen mit verbesserter Belüftung. Dadurch werden klassische Nachteile zunehmend reduziert.
2. Hybridlösungen
Viele Läufer setzen 2026 auf Alternativen:
- Laufgürtel
- Softflasks in der Hand
- minimalistische Westen
3. Wettkampfstrategien
Im leistungsorientierten Bereich zeigt sich ein klarer Trend:
- Elite-Läufer verzichten fast immer auf Westen
- ambitionierte Hobbyläufer nutzen sie gezielt (z. B. für negative Splits oder spezielle Ernährungsstrategien)
Für wen ist eine Laufweste sinnvoll?
Sinnvoll für:
- Einsteiger, die Sicherheit bei der Verpflegung wollen
- Läufer mit speziellen Ernährungsbedürfnissen
- heiße oder schlecht versorgte Rennen
- Trainingsläufe über Marathon-Distanz
Weniger sinnvoll für:
- schnelle Wettkämpfe mit guter Organisation
- Läufer mit Fokus auf Bestzeiten
- kühle Wetterbedingungen
Fazit
Ob mit oder ohne Laufweste hängt stark vom individuellen Ziel, der Strecke und den äußeren Bedingungen ab.
Im Jahr 2026 gilt:
- Für Bestzeiten und große City-Marathons ist „ohne“ meist die effizientere Wahl.
- Für Kontrolle, Sicherheit und individuelle Versorgung kann eine Laufweste entscheidende Vorteile bieten.
Die optimale Lösung liegt oft dazwischen – etwa durch minimalistische Systeme oder eine Kombination aus Veranstalter-Verpflegung und eigener Ergänzung.
